Wenn ich ein Haus wär…

Katerina Gottesleben • January 04, 2016 • 2 Comments

Wenn ich ein Haus wär, wär ich ne pinke Villa mit vielen Zimmern, mit grünen Fensterläden, wo nichts zusammen passte.

Ein Zimmer wäre nur zum Schreiben. Es herrschte ein kreatives Chaos darin, in dem nur ich mich zurecht fände. Da stünde nur ein Laptop drin und die Wände wären mit Zetteln und Ideen gepflastert.

Das zweite Zimmer hätte Waldtapeten, die zum Leben erwachten, und wäre mit Holz verkleidet. Es würde nach frischem Moos riechen.

Im dritten Zimmer spräche man nur meine Muttersprache. Es würde aussehen wie mein Kinderzimmer in Tschechien. Ich würde darin stundenlang die Schlümpfe auf Tschechisch hören und meine Lieblingslieder aus meiner Kindheit. Darin dürfte jeder wieder ein Kind sein.

Im Keller stünden Kisten mit schlechten Erinnerungen. Den würde ich regelmäßig ausmisten.

Ein Zimmer wäre nur zum Relaxen da. Da gäbe es eine Sauna mit einem echten Feuerofen, eine bequeme Liege und einen Masseur.

Eins wäre zum Schlafen und Kuscheln. Es hätte ein Himmelbett und viele Kissen. In diesem Zimmer würde ich meinem Kind Geschichten vorlesen, die ich im Schreibzimmer nur für es geschrieben habe.

In manchen Zimmern wäre Unordnung, Leere und Chaos, in manchen akribische Ordnung, Prunk und Stuck an den Wänden, glitzernde Kronleuchter würden darin leuchten.

Zum Schminken würde mir ein kleines Bad reichen. Zum täglichen Baden hätte ich eine Badewanne mit viel Schaum. Ein Schuhzimmer bräuchte ich nicht für mich, sondern nur für meinen Job. Da würde ich ab und an meine Tasche packen und ansonsten immer nur mein Lieblingspaar tragen.

Eine große Spielwiese mit Spielplatz für meinen Sohn und alle seine Freunde befände sich vor dem Haus. Er hätte ein Zimmer direkt neben meinem Schlafzimmer, damit ich ihn nachts atmen hörte. Manchmal würde ich für ihn mitatmen und manchmal würde ich ihm Luft lassen, damit er sich frei fühlt.

Es gäbe auch ein paar geheime Zimmer, in die nur meine engsten Vertrauten gehen dürften.

Es gäbe auch ein Sportzimmer mit einer Yogamatte.

Im Haus wäre es warm. Im Keller wäre es kalt.

Wie wärt ihr, wenn ihr ein Haus wärt?

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2 Kommentare

  • Nathalie • 2 years ago

    Oh den Gedanken finde ich nett, da mach ich gerne mit.

    Wenn ich ein Haus wäre, dann ein kleines Schwedenhäuschen mit Holzfassade wie die Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf und mit einer einladenden Veranda. Es gäbe darin eine riesegroße Küche im Landhausstil, in der ich jeden Tag nach Herzenslust backen kann. Das Wohnzimmer hätte einen offenen Kamin, der so schön gemütlich ist vorallem im Winter, und eine große Couch, auf der ich mit den Kindern kuscheln kann. Es hätte außerdem ein großes Kreativzimmer mit allen Bastelsachen und einer Nähmaschine, denn nähen muss ich unbedingt noch lernen. Überall im Haushängen Fotos, Malereien und Basteleien der Kinder an den Wänden, all die schönen Erinnerungen. Das Haus hätte einen großen Garten mit Fußballtoren und einem Trampolin für die Kinder, vielen Blumen und Obstbäumen, die so wunderschön blühen im Sommer. Es gäbe ein Zimmer, das nur für mich da ist, mit allen Sehnsüchten, Wünschen und Träumen und einem Buch mit allen traurigen Erlebnissen, das ich aber nur manchmal öffne, wenn mir danach ist. Außerdem gäbe es ein ZImmer, total bunt und voller Ideen, die wie kleine Schmertterlinge herumfliegen. Hier halte ich mich am liebsten auf und hole mir Inspirationen.

    Hach da kommt man total ins Träumen! Danke für den kleinen gedanklichen Ausflug! <3

    • Katerina Gottesleben • 2 years ago

      So weit ich Dich kenne, klingt das total nach Dir 🙂 Toll!