Schwere Zeiten meistern

Katerina Gottesleben • April 02, 2016 • No Comments

Liebe Leute, es tut mir wirklich leid, dass ich in der letzten Zeit nicht sehr viel zum Bloggen kam. Das lag einerseits an meiner zeitlichen Auslastung, andererseits ehrlich gesagt auch daran, dass ich nicht besonders gut drauf war und keine Kraft hatte, euch etwas Positives mit auf den Weg zu geben. Es gibt eben bei jedem von uns einfache Zeiten, wenn alles flutscht und läuft, aber was wären sie ohne die schwierigeren Zeiten, die zweifelsohne manchmal kommen, noch wert? Wir wüssten sie gar nicht zu schätzen. Ab und an zieht eben eine dicke fette Wolke auf, und wenn man sich davon beeindrucken lässt, bläst sich diese noch mehr auf und es fängt an, wie aus Eimern zu gießen und zu hageln.

Ich glaube fest daran, dass man alles anzieht, womit man sich vorwiegend beschäftigt. Sieht man sich diese graue Wolke an, wenn sie gerade aufgezogen ist, kann man mit Sicherheit noch abwinken, sich mit einer Flasche Schampus in die warme Badewanne legen und das schlechte Wetter ignorieren. Sitzt man aber den ganzen Tag vor dem Fenster, betrachtet den dunklen Himmel und ärgert sich, dass dieser immer dunkler wird, kann man schon mal in eine depressive Stimmung kommen. Fängt es dann auch noch an, wie verrückt daraus zu schiffen und man bemerkt, dass man die Kissen auf seiner Terrasse nicht weg geräumt hat, womöglich auch noch der Keller von den Wassermassen überflutet wird und die drei Waschmaschinenladungen, die gerade draußen trocknen, werden nass, dann wird es einem ganz einfach zu viel. Man steigert sich, indem man sich mit der verdammten Wolke beschäftigt – und sie genau beobachtet – hinein, obwohl man gerade überhaupt nichts dagegen tun kann. Hätte man lieber mit Schampus in der Badewanne gelegen, Saunagänge und Massagen genossen, oder mit seinem Kind die schönsten Indoor-Spielplätze besucht, hätte man das Ausmaß der Katastrophe erst im Nachhinein gesehen. Die Konsequenzen wären die gleichen gewesen – man müsste die Wäsche noch einmal waschen, im Keller Schadensbegrenzung betreiben und die Kissen auf der Terrasse trocknen. Täte man das mit erhobenem Haupt, wäre das Ergebnis das gleiche, aber man würde vor Stress keinen Haarausfall bekommen, keine dunklen Ringe unter den Augen, weil man sich nächtelang, als es geregnet hat, keine Sorgen gemacht hätte. Stattdessen wäre man entspannt, würde sich freuen, dass der Regen die Schlammspuren am Auto weggespült hat und die Pflanzen im Garten, die man immer zu gießen vergaß, genug Wasser abbekommen haben. Man könnte darauf pfeifend den Schaden beseitigen und das Leben ginge weiter. Warum macht man sich also verrückt? Katerina.8.15.028

Ich hätte es nicht gedacht, aber jetzt ist es auch mir passiert. Ich habe mich monatelang wegen etwas verrückt gemacht, das ich nicht ändern konnte und was eben seine Zeit dauerte, bis die Situation gelöst war. Die Zeitspanne kannte ich vorher, ich wusste, alles würde am Ende gut werden, aber je länger ich in dieser Pfütze matschte und nicht schlief, desto weniger Schlaf bekam ich. – Klingt logisch, oder? Dabei hätte ich mich einfach beschäftigen müssen, wie schon so oft, als ich in der Pfütze saß. Bis sie austrocknen würde. In der letzten großen Lebenspfütze sitzend schrieb ich beispielsweise ein Buch. In dieser Pfütze zog ich eben um, heilte mein kaputtes Bein aus, kümmerte mich um einen ordentlichen Job, weil ich nach 13 Jahren das Risiko vor Augen geführt bekam, das nur ein kaputtes Knie für meinen bisherigen Job mitbrachte und lernte daraus. Ich holte während des Umzugs den Verdienst nach, den ich wegen des kaputten Beins nicht habe erwirtschaften können, hatte keine Zeit für mich, versuchte aber dennoch, nebenbei genug Zeit für meinen Sohn zu haben, hatte Schlafmangel und Stress bis der Krankenwagen kam. Weitermachen musste ich trotzdem. Es war anstrengend. Ich hätte nicht am Rad drehen müssen. Ich hätte mich bei alldem entspannen sollen. Das kann ich sagen, weil jetzt die Pfütze getrocknet ist. Ich hätte mir Augenringe und ein paar Haare sparen können, die in schlaflosen Nächten auf meinem Kissen geblieben waren. Meine Eltern sagten mir schon vorher das, was ich jetzt euch sage. „Da muss man durch! Das Ergebnis ist das gleiche! Mach dich nicht verrückt! Lächle und mach weiter!“ Und jetzt – nach etwa zwei Wochen Ruhe, gebe ich ihnen recht und lerne etwas Positives daraus. Ich habe gesehen, wer mir half, als der Himmel grau war und es wenig amüsant schien, zu mir zu kommen.

Ich sehe jetzt wieder die positiven Dinge. Ich bin gesund. Meinem Kind scheint die Sonne aus dem Popo. Ich habe noch ein paar Haare auf dem Kopf. Und ich bin mit tiefster Dankbarkeit erfüllt, eine so tolle Familie und Freunde zu haben, die mir trotz Allem geholfen haben. Und zu wissen, wer sie sind. Danke.

Fotos: Axel Leschinski 

Das hier könnte euch auch in einer Krise helfen: Wie Du Deine Träume wahr werden lässt!

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