Reisen mit Kind

Katerina Gottesleben • February 23, 2015 • No Comments

Im Baby- und Kleinkindalter gleichen die Reisen mit Kindern ja eher vorgeplanten Katastrophen. Auch wenn das Auto oder der Koffer bereits gerammelt voll ist, hat man garantiert irgendetwas vergessen. Dabei hat man tagelang gepackt, aber mit einer Stilldemenz und wenig Schlaf kann man die Babysachen tausendmal durchgehen, am Ende steht man, selbst wenn man für´s Kind alles eingepackt hat, als Mutter gern ohne eine warme Jacke in den Bergen oder Bikini-los am Strand. „Ah, ja. Stimmt. Ich hätte auch für mich was einpacken sollen“, ist dann die späte Erkenntnis. Die Höchststrafe ist aber tatsächlich, wenn man Sonntagabend keine weiteren Windeln besitzt oder nicht genug Hipp-Gläschen mitgenommen hat. Da verzichtet man gern auf sein eingenes Wohl…

Auf der Fahrt oder dem Flug gibt das Baby bereits preis, was es davon hält. Ich erinnere mich, wie ich im ersten Jahr nachts über 700 km nach Tschechien durchgefahren bin, denn ich wusste, wenn ich anhalten würde, würde mein Kind aufwachen und schreien. Auf´s Klo gehen – das war viel zu riskant. Das musste warten. Ich betete inständig jede rote Ampel an und fuhr in langsamen Schlangenlinien, nur um nicht anhalten zu müssen.

Im Hotel angekommen, braucht man erst einmal ein paar Tage, um sich zu akklimatisieren und zu sortieren. Wo ist was – wo gibt´s an der All-Inclusive-Theke guten Babybrei und wo kann man Flaschen sterilisieren? Was für ein Stress. Dann läuft man womöglich den ganzen Urlaub lang vornüber gebeugt dem alles erforschenden Kind hinterher und reicht ihm zwei Finger zum Festhalten. Am Strand relaxen oder Nickerchen machen steht eher nicht auf dem Tagesplan, sonst könnte das Kind ja ertrinken!

Aber etwa ab dem Alter von drei oder vier Jahren wird alles schlagartig besser. Das Kindchen kann das gleiche Essen verzehren wie die Erwachsenen, es geht auf die Toilette und wacht im Normalfall nachts nicht mehr auf, um auch die Bewohner des Nachbarzimmers gnadenlos aus dem Schlaf zu reißen. Man kann plötzlich alles machen – Ski fahren, Schwimmen üben, über Wünsche reden. Und man wird verstanden – und das ist die Zeit! Man sollte sie miteinander auskosten. Ich habe seitdem nicht einmal mehr das Bedürfnis, meinen Sohn in den Mini-Club bringen zu müssen. Im Gegenteil – all diese Kinderhotels brauche ich nicht mehr, ich liebe es, meinem Sohn soviel Zeit zu widmen wie nur irgend möglich – schließlich wird es bald nicht mehr so einfach sein, zusammen wegzufahren. Sobald er in der Schule ist, beginnt eine neue Zeitrechnung. Und dann sind wir an die Ferien gebunden – seufz.

Selbst der Jetlag kann uns nichts mehr anhaben – oder wie schafft man es sonst, einen wunderschönen Sonnenaufgang in der Karibik zu genießen? Und das drei Tage hintereinander! Und das Kind plappert, tanzt, planscht und erzählt, man erfährt neue Sachen und lernt Sprüche, die man sich aufschreiben sollte. Es will alles erforschen und erfahren. Was für wunderschöne Glücksmomente!

Also verzweifelt nicht, wenn eure Kinder noch ganz klein sind – euer Leben ist nicht vorbei. Die Belohnung für all eure Mühen und Falten kommt bald. Und es wird noch wunderschön! 🙂

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