Kinder kriegen – ja oder nein?

Katerina Gottesleben • June 03, 2015 • No Comments

Wenn man die Entscheidung Mutter zu werden hin und her wälzt und gaaaanz rational nach Pros und Contras bewertet, wird man sich eventuell eher gegen ein Kind entscheiden. Da ist die Karriere, die Freiheit, die Sicherheit, der eigene Egoismus, die Figur… Das Ding ist aber: Kinder kriegen ist keine rationale Entscheidung. Diese Entscheidung wird wahrscheinlich in irgendeinem Hirnareal gefällt, das völlig emotionsgesteuert ist.

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Foto: www.farideh.de

Eine berühmte Person stellte sich heute bei Facebook öffentlich die Frage: „Kann man auch ohne Kinder glücklich werden?“ Und wenn man sich die Antworten anschaut, sieht man, dass sich an diesem Thema die Geister scheiden. Die eine Fraktion spricht über Einsamkeit im Alter, wenn man keine Kinder bekommt. Die andere Fraktion davon, dass sie sich auf keinen Fall die Figur oder das Leben ruinieren will. Manche sehen in ihren Kindern das größte Glück der Welt und den Sinn des Lebens.

Nun – lasst sie doch beide Recht haben. Ist es nicht so, dass das Familienleben nicht unbedingt etwas für jeden ist? Was ist mit Menschen, die selbst keine intakte Familie hatten und insgeheim Angst haben, dass sie auch ihrem Kind keine geben können? Es gibt Abgründe – extrem schlechte Eltern auf dieser Welt – und bei ihnen fragt man sich, warum sie jemals Kinder bekommen haben. Und sie kriegen eins nach dem anderen, kümmern sich nicht um sie, ihre Kinder verwahrlosen, werden später vielleicht selbst zu schlechten Eltern, weil sie kein tolles Vorbild hatten. Dann gibt es Menschen, die bestimmt tolle Eltern wären, aber keine Kinder bekommen können. Es gibt welche, die aus rationalen Gründen (oder weil sie nicht den richtigen Partner gefunden haben) den Zeitpunkt verpasst haben.

Alles gibt´s. Die Entscheidung muss jeder für sich fällen. Nicht jedes Kind, das keine intakte Vater-Mutter-Geschwister Familie hat, hat eine schlimme Kindheit. Aber lasst mich kurz meine Erfahrung zusammenfassen.

Ich wusste auch nicht, dass mein Sohn mein ein und alles für mich werden würde. Auch für mich war meine (Model-)Karriere Prio Number 1. Aber plötzlich machte es für einen kurzen Zeitraum „klick“ in meinem Kopf und ich war bereit (übrigens schon mit 24 Jahren). Ich wurde schwanger, beendete mein Studium kurz vor knapp im siebten Monat, heiratete meinen Traummann und plötzlich sah die Welt ganz anders aus. Ich war Mutter. Keine Glucke, aber eine Mutter, die nach ein paar Tagen ohne Kind durchdrehte 🙂 Nicht weil es mich so sehr vermisste, sondern ich vermisste es!

Jo, es gab Zeiten, das war es anstrengend und hart, es gab durchwachte Nächte, da wäre ich gern aus dem Fenster gesprungen und auch mein Traum von heiler Familie für meinen Sohn (ich selbst hatte eine) hat sich auf Dauer leider auch nicht erfüllt, auch wenn ich (vor allem mit mir selbst) gekämpft habe. Aber ich sage euch eins, ohne euch bekehren zu wollen: Ein Kind ist kein Spielzeug. Es ist absolut lebensverändernd und ja – ihr könnt ein paar andere Aktivitäten eventuell erst einmal an den Nagel hängen. Aber Kinder werden größer und irgendwann wird´s besser. Und sie bringen einem bei, alles wieder mit kindlichen Augen zu sehen. Ihr bringt ihnen im Gegenzug alles bei, was ihr könnt – und das ist toll. Es wird durch gaaaaaaanz viel Liebe belohnt – und zwar bedingungslos, sie lieben euch so wie ihr seid. Aber: Ihr habt von dem Augenblick an, in dem sich die befruchtete Zelle in der Gebärmutter einnistet, eine riesige Verantwortung für einen anderen Menschen. Und ich meine nicht nur die Pflege, ihr formt und gestaltet eine kleine Persönlichkeit mit. Deshalb ist es meiner Meinung nach völlig legitim zu sagen, wenn man sich dieser nicht gewachsen fühlt. Dann finde ich es sogar gut.

Leben und leben lassen. Jedem das Seine 😉 In diesem Sinne: Gute Nacht!

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