HOT YOGA – ein Selbstversuch

Katerina Gottesleben • February 25, 2015 • No Comments

Meine Freundin Michaela (ja, die auf den Fotos) ist süchtig nach Hot Yoga. Sie sieht wirklich genauso aus wie auf den Bildern – durchtrainiert bis zum Gehtnichtmehr und gänzlich Cellulite-frei. Und nein – sie ist auch nicht mehr zwanzig. Als ich das sah, flammte in mir Hoffnung auf und ich ließ mich auf ein Hot Yoga Experiment ein. Ich liebe ja Yoga – Yoga ist tiefe Entspannung und Sport in einem. Dachte ich…

Motiviert packte ich also meine Matte ein und spazierte fröhlich und naiv in einem Bikram Yoga Studio ein. Klar, ich wusste, dass der Raum um die vierzig Grad Celsius haben würde. Ich wusste auch, dass die Stunde keine Stunde war, sondern anderthalb Stunden. Ach, was soll´s, ich hab mir gleich eine Wochenkarte zum Anfänger-Vorteilspreis gekauft.

Lauter biegsame Yoga-Cracks in Bikini-ähnlichen Outfits und Badehosen versammelten sich und dehnten schon mal all ihre Glieder. Ich in meinem Poloshirt und Jogginghose fiel natürlich auf, aber da stand ich selbstverständlich drüber. Die Stunde fing an. Erst einmal eine gefühlte Ewigkeit atmen und dabei den Kopf so weit in den Nacken legen, dass er einem fast abfällt. Wie kann das denn gesund sein, dachte ich.

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So sieht es aus, wenn Michaela Bikram Yoga macht.

Dann folgten 26 feste Übungen, die allesamt zweimal wiederholt wurden. Die – ich nenne sie mal Lehrerin – war ungewohnter weise eine laute Frau, der auch eine Thrillerpfeife gut gestanden hätte. Von der allgemein bekannten Yogi-Gelassenheit keine Spur. Sie ratterte einen auffällig auswendig gelernten, englischen Text herunter und schrie motivierend auf ihre Schützlinge ein. Nach etwa zehn Minuten trank ich einen Schluck Wasser, denn der Schweiß begann schon zu rennen. Die Lehrerin wies mich höflich aber unsanft darauf hin, dass noch keine Zeit für eine Trinkpause war.

Bei den Flexibilitätsübungen schnitt ich so làlà ab, auch wenn die Hitze es deutlich leichter machte, sich zu strecken und zu dehnen. Bei den Balanceübungen brachen meine Positionen bereits nach ein paar Sekunden zusammen. Aber ich hielt tapfer durch. Und wenn ich euch sage, dass nach den anderthalb Stunden keine Faser an meinem Körper trocken war, dann meine ich das auch so. Die Zweiliter-Wasserflasche habe ich in den wenigen Trinkpausen auf Vorrat weggepumpt – ich lasse mir doch nicht das Trinken verbieten!

Nach der sehr kurzen Entspannung stürmten alle in die Dusche. Die Wartezeit war aber in Ordnung, da sich alle ganz sozial beeilten. Ich muss sagen, ich fühlte mich (danach) super. Ich nahm mir vor, meine Wochenkarte richtig auszunutzen und gehe seitdem noch immer ab und an hin. Leider ist das Bikram Yoga Studio nicht in meiner Stadt.

Hat es was gebracht? Ja – hat es. Schon nach der ersten Woche spürte ich eine deutliche Zunahme an Flexibilität. Erst einmal wurde meine Haut schlechter. Nach der ersten Phase wurde sie viel besser, es kann also tatsächlich sein, dass so etwas wie eine Entgiftung eingesetzt hat. Ich wiege dadurch nicht weniger, aber wenn ich mal wieder öfter hingehe spüre ich, dass alles fester und definierter wird. Außerdem habe ich keine Verspannungsprobleme mehr – Yoga ist für mich eine super Alternative zu Massagen.

Würden wir das nicht alle gern können?

Würden wir das nicht alle gern können?

Fazit: Bikram Yoga ist absolut gut geeignet für sportaffine Menschen, die keine Probleme mit Hitze oder dem Kreislauf haben. Man muss keinerlei Yoga-Grundkenntnisse vorweisen und kann einfach spontan loslegen. Es kostet etwa um die 17 Euro pro Session. Wer aber Entspannung erwartet, ist hier völlig falsch. Man sollte sein Wasser (ohne Blubber) auf keinen Fall vergessen, sonst dehydriert man und bekommt Kopfschmerzen. Probiert es einfach aus und erwartet nicht zu viel von euch. Wenn ihr beim ersten Mal mit Pausen im Raum bleiben könnt, ist das schon mal eine gute Basis, auf der sich´s aufbauen lässt.

Titelbild:

Model: Michaela Vrbová @ www.eastwestmodels.de

Foto: www.janakeketi.sk

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