Du willst einen Traumbody? Okay – dann quäl Dich! ;-)

Katerina Gottesleben • July 23, 2015 • No Comments

Ganz ehrlich – würde es uns Spaß machen, einen durchtrainierten, perfekten Körper zu haben, ohne ihn sich zu verdienen? Also ich bin der festen Überzeugung, dass wir ihn dann nicht zu schätzen wüssten. Zumindest meine Psyche funktioniert nach dem Prinzip – hab ich was Tolles und es läuft wie von selbst, kann ich den Punkt abhaken und an etwas anderem arbeiten. Tja – mit meinem Körper ist das nicht so. Der hält sich leider nicht von selbst.

Auch ich habe jahrelang das gleiche Training absolviert und gedacht, wenn ich das nur intensiver oder öfter mache, wird mein Body irgendwann der Hammer – eines Tages ist er dann wieder wie mit Achtzehn, aber dieses Warten war – Überraschung – Fehlanzeige. Natürlich hatte ich einige Kilo mehr als mit Achtzehn, so einen Cellulite-freien Popo habe ich nicht mehr hinbekommen und ließ mich dann immer ein bisschen entmutigen. Ich trainierte lustlos und sah es als eine Art Notwendigkeit an, um meinen Job zu behalten. Doch je mehr Runden ich auf dem Crosstrainer drehte, desto schlimmer waren meine Anfälle beim Einkaufen (blöd, dass der Supermarkt auf dem Heimweg vom Fitnessstudio liegt). Die Devise war „Hungaaaaaa“ und ich schmiss auch Sachen in den Wagen, die ich in sattem Zustand niemals gekauft hätte. Und so geschah es, dass ich schon im Auto ungeduldig eine Buttermilch in mich hinein kippte oder eine Packung Salzstangen in drei Sekunden fraß (ja – „essen“ kann man das nicht nennen).

Das Training brachte weder was auf der Waage, noch im Spiegel. Ich dachte schon ich sei alt. Dabei war ich nur eingefahren.

Irgendwann fing ich mit dem Joggen an. Das war ziemlich genau in der Krise, als ich 29 wurde. Ihr werdet lachen, aber ich hatte meine Krise nicht mit 30. Ich hatte sie sicherheitshalber schon ein Jahr vorher (ich glaube ich fühle mich jetzt jünger als damals). Klar, im richtigen Leben ist man mit 29 noch eine junge Gazelle, aber im Modelleben – da dachte ich, alles sei bald vorbei (zum Glück hat es sich im Nachhinein heraus gestellt, dass der Spaß erst richtig anfing).17011

Das Joggen war toll. Nicht, weil es mir Spaß machte – es war genau genommen eine ziemliche Qual und ich hasste es anfangs. Aber es brachte Steigerungen mit sich und schnelle Ergebnisse. Mein Körper ist vorher noch nie gejoggt, er hat es immer tunlichst vermieden, da hatte er keine Lust drauf (und ich mache schon Sport, seitdem ich denken kann). Das Atmen ist mit dabei immer schwer gefallen und ich bekam Seitenstechen. Nach einem tollen Tipp von meinem Exmann, ich müsse so langsam kriechen, dass ich mich schon fast schämte, weil Senioren und Schnecken mich überholten, bekam ich es aber auf die Reihe. Ich steigerte mich schnell und lief bald 10km in einer Stunde. Das machte Spaß. Die Kilos purzelten, ich konnte wieder mehr Kohlenhydrate essen und es passierte nichts, alles in allem toll. Nur irgendwann hatte sich mein Körper auch darauf eingestellt und die Wiedergewinnung meines achtzehnjährigen Mädchenbodys stagnierte.

Bis ich Crossfit entdeckte. Klingt doof, aber ich kam per Zufall dazu. Als ich hier für meinen Blog eine Crossfitterin interviewte, die drei Kinder bekommen hat und einen Sixpack hatte, konnte ich mir noch gar nicht vorstellen, worüber ich eigentlich redete. Bis ich es ausprobierte. Ich schreibe dazu mal einen eigenen Beitrag. Das ist der brutalste, geilste, härteste Sport, den ich jemals gemacht habe. Als ich den Trainer bei der ersten Stunde fragte, was ich dafür können müsse, sagte er nur „die einzige Voraussetzung dafür ist deine Bereitschaft, dich zu quälen“. Und da behielt er Recht – ich lag nach der ersten Stunde nach Luft japsend auf dem Boden. Eine Gruppe Leute feuerte mich an, meine letzte Übung zu beenden. Ich konnte drei Tage nicht laufen. Aber ich bin sowas von süchtig – und ich habe nach ein paar Wochen schon wieder meinen achtzehnjährigen Bauch zurück. I love it! 17014Deshalb: Sucht euch einen Sport, der euch herausfordert. Langweilt euch nicht. Geht niemals hungrig einkaufen und habt Ansprüche an euch. Denn ihr schafft viel mehr, als ihr euch vorstellen könnt. Ihr müsst es nur tun!

Eine kleine Geschichte zur Selbstunterschätzung: Ich sagte dem Crossfittrainer, ich würde keinen einzigen Liegestütz schaffen – das könne er vergessen. Er blieb hartnäckig. Ich schaffte tatsächlich (mit Pausen und Ablegen) 50! Und das mit 10 kg zusätzlichem Gewicht auf dem Rücken. JUST DO IT!

Fotos: Mathias Verbeek

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