Die 5 bescheuertsten Vorurteile gegenüber Models

Katerina Gottesleben • February 16, 2016 • 1 Comment

Halli hallo hallöle, ich bin ein Model und ich seh gut aus. In meinem Kühlschrank herrscht Ebbe und in meiner Geldbörse die Flut – natürlich fürs Nichtstun oder nur ein bisschen Posen. Ich gehe jeden Abend kostenlos feiern und lasse mich von reichen Männern einladen. Mein Leben besteht aus Champagner, Koks und Party. NOT!

Hier sind die 5 häufigsten (und möglichweise auch blödesten) Vorurteile gegen meinesgleichen:

  1. Models essen nichts.

Hahahahaaaaa! Das kann man verallgemeinern, muss man aber nicht. Genauso wie bei euch, „Normalsterblichen“. (Bitte nehmt mir diesen Seitenhieb nicht böse – ja, auch ich werde sicher normal sterben, wobei: ich hätts schon lieber etwas glamouröser…) Es gibt tatsächlich Kolleginnen, die picken stundenlang an einem Salatblatt herum, es gibt aber auch solche, die eine ganze Pizza auf einmal verdrücken und bei welchen man nicht weiß, wo diese sich fest setzt, da sie sich nirgendwo am Körper bemerkbar macht. Man glaubt schon fast an einen Bandwurm und möchte auch einen für sich selbst bestellen. Ach so – und die Wenigsten rennen nach dem Essen aufs stille Örtchen, um den Magen wieder zu entleeren. Is so.

  1. Models sind doof.

Also ich sach ma so. Wir brauchen unsere Gehirne, um mit einer einfachen Stadtkarte in einer fremden, ausländischen Stadt zehn verschiedene Locations täglich zu finden, Schwierigkeitsstufe 8 von 10, da auf High Heels, spärlich bekleidet und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. UND schwerem Portfolio im Schlepptau. Viele von uns studieren, weil es sich nebenbei so schön weiter modeln lässt. Manche von uns schaffen den Absprung in einen anderen Job, manche nicht, denn unser Job macht zum großen Teil sehr viel Spaß und lässt uns viele Freiheiten. Doof wird’s nur wenn unser Ablaufdatum überschritten ist und wir noch immer einen Hauptschulabschluss haben, weil wir so früh mit der Schule aufgehört haben, nur um uns in Mailand in Castingschlangen zu stellen._OM85689-kl

  1. Alle guten Models haben schön zu sein.

Schönheit ist Ansichtssache. Sicher gibt es Leute, die Germany´s Next Topmodel nur schauen, um so richtig über „Pferdefressen“, „Glubschaugen“ und „dicke Lippen“ abzulästern. Ich sag euch mal was. Die Art von Schönheit, in der ihr glaubt, euch auszukennen, gilt in der Modewelt nicht. Man braucht schon ein geschultes Auge um zu erkennen, wer Potential zum Arbeiten hat und wer nicht. Aber wenn ihr euch beim Lästern besser fühlt – bitteschön 😉

  1. Models bekommen Geld für Nichtstun.

Äh, nein. Fliegt mal um 5 Uhr morgens los, fotografiert gleich nach eurer Ankunft taufrisch aussehend bei 10 Grad 8 Stunden lang Bikinis und verkneift euch die Gänsehaut gefälligst.

  1. Das Leben eines Models ist voller Glamour.

Klar. Wenn man noch die Kraft hat, abends auszugehen, kann es ganz lustig werden. Meistens fällt man aber tot ins Bett. Feiern macht müde und schlapp, Alkohol macht dick und aufgedunsen und Schönheitsschlaf ist auch nicht zu unterschätzen. Ich wette ihr lasst es beim Feiern mehr krachen als die meisten von uns. Und – wart ihr schon einmal hinter den Kulissen einer Modenschau? Ja geht mal schauen, ist voll glamourös, auf Bierbänken zu essen und auf dem Teppichboden zu warten – falls dieser überhaupt vorhanden ist. 😉Titel_Buchcover_Lisa_in_Paris

Ihr Lieben, das Ganze hier ist nicht böse gemeint, aber mit Vorurteilen muss man schon ab und zu aufräumen. Wenn ihr wirklich eine Ahnung bekommen wollt, wie das Modelleben so ist, lest gerne mein Buch “Lisa in Paris” und gebt eine ehrliche Rezension ab. Ich würde mich freuen.

Eure Katerina

Fotos: Ralph Geiling, Oliver Meyer

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1 Kommentar

  • Model und Mama • 11 months ago

    die meisten Models die ich kenne hauen so rein wie ich 🙂 und ja, der Job kann anstrendend sein ….