Das lustige Elektroauto

Katerina Gottesleben • December 02, 2015 • No Comments

Dieses Wochenende kam ich in den Genuss, ein revolutionäres Fahrzeug zu testen. Den BMW i3. Was an diesem Auto so besonders ist? Es fährt ohne Sprit! Ihm reicht ne Portion Strom.BMW7

Man kann ihn einfach in der hauseigenen Garage in die Steckdose stecken und über Nacht aufladen, als wäre er ein Handy. Dann fährt er allein mit dem Strom über 90 km weit. Für den Fall, dass die Reichweite nicht reicht, gibt es einen sogenannten „Range Extender“. Für gänzlich untechnische Leute wie mich, für die das Updaten des iPhones schon eine Herausforderung darstellt, klingt der Begriff so ähnlich wie „Kontinuum-Transfunktionator“ aus dem Film „Ey man, wo is´ mein Auto?“. Ich hatte erst einmal keine Ahnung, was das ist, und musste mich belehren lassen. Das Ding ist wohl so etwas wie ein kleiner Motorrad-Motor, den man anmachen kann, damit er die Ladeleitung auf dem gleichen Niveau erhält. Da tankt man 8l Benzin rein und benutzt ihn sozusagen im Notfall. Ich hab das Ding lieber schon angemacht, als die Batterie noch 50 km zeigte.

Doch zurück zum Auto. Für wen ist dieses schnuckelige Knutschmobil geeignet? Die Frage stellte ich mir die ganzen vier Tage. Ich bin mit ihm am Wochenende zum Möbelhaus gefahren. Ich bin von etwas Außerhalb in die Stadt rein gefahren. Zum Einkaufen. Zur Schule meines Sohnes am Freitag. Zu meinen Eltern, die etwa 30 km weit weg wohnen. Ich habe ihn, mit ziemlichen Anfängerschwierigkeiten, im Parkhaus Börse „getankt“, wo ich etwa 20 Minuten lang um die Stromzapfsäule herumschlawenzelte, um es zu schaffen, das Kabel reinzustecken. Das Problem sah wie folgt aus:

Die aufgetakelte Blondine atmet tief durch, weil auf keinem der zwei Stromparkplätze ein Auto steht. Sie parkt das Auto auf dem rechten Parkplatz und holt das Kabel aus dem Kofferraum. Im Auto ist es nun bereits eingestöpselt und muss nur noch in die Dose gesteckt werden. Diese lässt sich mit dem Parkhauschip öffnen. Klingt gut – kein Problem. Was die Blondine nicht weiß: Sie lässt sich nur einmal öffnen und geht nach ein paar Sekunden wieder zu. Dose auf, Kabel holen, es ist zu kurz, Mist. (Das Kabel steckt man hinten rein, die Steckdose ist vorne. Weiterfahren bringt nichts, da ist ein Behindertenparkplatz.) Auto wenden. Kabel wieder ins Auto stöpseln, aber die Steckdosenklappe ist nun wieder zu. Toll. Parkchip ungültig, das Ding ist verdammt nochmal zu! Die Blondine ruckelt ein bisschen an der Klappe. Die Leute schauen belustigt zu. Es dämmert ihr – es gab nur eine Chance.BMW8

Die Blondine dackelt auf High-Heels, die sie sich nach dem Aussteigen angezogen hat, zum Parkhauswächter. Hat Glück, dass er da ist. Dieser weist sie zurecht, dass sie nun 2,50 € zahlen und aus dem Parkhaus rausfahren muss, damit der Chip nochmal funktioniert. Die Verabredung im Restaurant wartet seit 15 Minuten. Also versucht die Blondine es mit Charme und Augenaufschlag. Wozu hat sie sich die Wimpern getuscht… Der ältere Herr seufzt und kommt schweren Herzens mit. Hat auch keine Ahnung, wie es gehen soll. Macht die Dose auf und das Ding geht nicht rein. Also wieder umparken. Andere Seite. Wieder drehen, hinstellen. Das Andere der zwei Kabel. Passt. Blaues Licht, juhuuu, es geht. Das Auto lädt. Die Blondine ist happy, dass sie heute noch nach Hause kommt, der Parkhaus-Mensch, dass er wieder seine Ruhe hat.

 Als ich nach etwa 1,5 Stunden zurück kam, war das Auto wieder einigermaßen aufgeladen. Zumindest so, dass ich nach Hause fahren konnte. Man muss es halt einmal herausfinden…

Um auf meine Frage zurückzukommen – für wen das Auto geeignet ist – hier meine Einschätzung: Definitiv für umweltbewusste Leute, die am besten in der Stadt wohnen, wo genügend Schnell-Ladestationen sind, oder zumindest einen Stellplatz mit Steckdose haben. Für Menschen, die nicht zu weit pendeln müssen. Wenn man nur 30 km zur Arbeit fährt, ist das Auto perfekt.

Und nun zum Fahrgefühl. Ich weiß – ich bin eine Frau. Es wird mir sicher von Männern unterstellt werden, dass ich keine Ahnung von Autos habe. Aber liebe Männer, ich habe ein Auto, ich liebe mein Auto, ich fahre viel Auto. Ich fahre selbst einen BMW (320d, Coupé, mit Allrad und Automatik – für die Technischen unter euch), also habe ich einen direkten Vergleich, sogar innerhalb der Marke.

  • Der i3 gefällt mir.
  • Er ist leise – man hört absolut nichts.
  • Er stinkt nicht.
  • Er leuchtet blau und blinkt schön bunt beim Aufladen.
  • Die Tür lässt sich beidseitig aufklappen, was ein super Argument für mein Kind ist, hinten rein zu krabbeln.
  • Das Holzdesign innen ist schick.
  • Er ist übersichtlich, man sieht alles, weil man relativ hoch sitzt und er schön verglast ist.
  • Die Schnauze ist wunderbar kurz und man kann vorne nicht andotzen weil man sieht, wo er endet.
  • Hinten ist ne Kamera für Dumme.
  • Die Aufladung in der Garage brachte selbst mein sechsjähriger Sohn zustande.BMW4

Fazit: Würde ich „nur“ zur Arbeit (im Büro) pendeln, wäre er sicher eine coole Alternative. Man muss halt etwas planen, wo man hinfährt und wie weit. Kinder finden ihn saucool. Ich auch. Man muss aufpassen, dass man keine überfährt, weil man den i3 nicht hört. Gebt mir ne Schnelladestation, eine größere Reichweite und ich nehme ihn 😉

Eure Katerina

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