Als Ken so richtig durchgestartet!

Katerina Gottesleben • February 27, 2015 • No Comments

Für die Presse ist er „der tschechische Ken“. Erst fing es nur in seinem (und meinem) Heimatland an. Mittlerweile schwappt dieser Vergleich über die Grenzen der Tschechischen Republik hinaus und ist auch schon in Groß Britannien und den U.S.A. angekommen. Und da Robert, wie er wirklich heißt, ein guter Freund von mir ist, möchte ich an dieser Stelle etwas Anderes über ihn schreiben, als dass er 43 Schönheits-Korrekturen hinter sich hat. Das ist nämlich gar nicht bestätigt, sondern wird einfach von Artikel zu Artikel mitgeschleppt.

_MG_0102-cb-vyrez Robert van Paul (35) ist ein wunderbarer, gutherziger Freund. Ich erinnere mich gern an unser chaotisches Kennenlernen, als wir gleich am ersten Tag seine Sachen umzogen, weil seine Beziehung zu Ende ging und eine andere begann. Wir trafen uns zum ersten Mal in unserer Frankfurter Modelagentur und waren sofort unzertrennliche Freunde. Ach, was haben wir auf gemeinsamen Jobs die Kunden veräppelt und erzählt, wir wären ein Paar, obwohl es völlig unglaubwürdig war… Was haben wir uns nackt auf dem Dach gesonnt – natürlich damals, als wir jünger waren, aber kann mir jemand bitte diese Zeit zurück holen? Unsere Freundschaft nahm auch keinen Schaden, als er zurück nach Tschechien zog, nur leider sehen wir uns jetzt seltener.

Aber das interessiert niemanden, oder? Wichtig für die Öffentlichkeit ist, dass er wie Ken aussieht und damit Geld verdienen kann. Und das mit den Schönheits-OP´s – das ist eine tolle, reißerische Headline.

Ich habe Robert für euch ebenfalls zu diesem Thema befragt und liefere euch ein eins-zu-eins übersetztes Interview._MG_9768 copy

modelmum: Wolltest Du wirklich jemals Ken sein, oder hat er jemand erfunden und eine Lawine damit ausgelöst?

Robert: Ich kann nicht sagen, dass es mein Traum war, wie Ken auszusehen. In der Pubertät habe ich in der Tschechischen Republik mit dem Modeln angefangen, aber der Erfolg kam erst später im Ausland. In dieser Zeit habe ich Management studiert und habe geheiratet. Später fing ich dann an, mich für plastische Chirurgie zu interessieren. Auch in diesem Bereich bildete ich mich weiter und ich spiele noch immer mit dem Gedanken, Medizin zu studieren. Momentan bin ich Manager einer Prager Schönheitsklinik. Ich kann nicht sagen, dass ich noch nie etwas habe machen lassen, aber bestimmt nicht, um wie Ken auszusehen. Ich glaube die Ähnlichkeit mit Barbies Freund ist eher Zufall.

 modelmum: Was hat sich seit dieser Behauptung geändert, hast Du jetzt mehr Modeljobs?

Robert: In letzter Zeit fingen die Medien an, mich als Ken zu titulieren. Es verbreitete sich in die ganze Welt – der Mirror schreibt über mich, dailymail, Italien, U.S.A. – die ganze Welt will wissen, wer der Robert ist, der sich das Gesicht operieren lässt, um wie Ken auszusehen. Ich lasse die Medien schreiben, was sie wollen. Was ich wirklich habe machen lassen, ist mein Geheimnis (lacht). Beim Modeln hat es sehr geholfen. Ich bin nicht mehr no name._MG_9848-upr

modelmum: Was machst Du gern in Deiner Freizeit und wie hältst Du Dich fit?

Robert: Dieses Jahr habe ich ein neues Haus gekauft und renne die ganz Zeit hoch und runter, inklusive Handwerkerarbeiten. Das ist besser als Fitness Studio. Ich versuche dennoch, jeden Tag mit meinem Hund Nick joggen zu gehen, bin mehrmals pro Woche trainieren. Im Winter fahre ich Ski, im Sommer versuche ich, jeden Tag zu schwimmen. Wichtig ist auch die Ernährung. Ich versuche gesund zu leben und zu essen – ich bin ja kein Teenie mehr (lacht).

Nein – ein Teenie nicht, schließlich waren wir mal wie Pech und Schwefel – und da war ich beinahe noch Teenie. Aber wie man an Roberts Beispiel sieht, kann man auch später noch richtig durchstarten! 🙂

Fotos: Michal Skramusky

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