20. SSW – Goodbye Zahn, ich hatte dich lieb…

Katerina Gottesleben • August 10, 2017 • No Comments

Ich habe immer gelacht wenn ich solche Sprüche las. So in der Art, dass jedes Kind einen Zahn kostet und so. Nicht mit mir, das ist doch Quatsch, dachte ich. Schließlich hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft vor 8 Jahren ja auch keine Zahnprobleme. Tja. Ich bin auch dieses mal schön brav in der 12. Woche zum Zahnarzt gegangen, habe meine Beißerchen checken lassen, eine Zahnreinigung bezahlt und mir wurde gesagt, meine Zahnpflege sei exzellent, ich hätte keinerlei Probleme mit dem Zahnfleisch, also wähnte ich mich in Sicherheit.

Sechs Wochen später sah das Ganze schon wieder anders aus. Natürlich pünktlich zum Ferienbeginn, dem Geburtstag meines Erstgeborenen UND am Wochenende im Europapark kam es dann dicke. Zahnschmerzen bis zur völligen Schlaflosigkeit. Super, wenn man als Schwangere nur Paracetamol nehmen darf, und das ungern. Ich denke Placebos hätten auch nicht viel mehr gegen meine Zahnschmerzen ausrichten können. Ich überlebte das Wochenende mit mehr oder weniger guter Miene, um meinem Sohn nicht das Geburtstagsgeschenk zu verderben und sehnte den Montag herbei, an dem der Zahnarzt in meiner Nähe seine Pforten öffnen würde. Aber bei meinem Anruf pünktlich um neun Uhr morgens, dem frühstmöglichen Moment, in dem die Praxis öffnen sollte, erfuhr ich nur, dass er im Urlaub war. Natürlich – wenn ich mal was hab.

Also habe ich Google angeschmissen und nach einem Zahnarzt in meiner Nähe gesucht. Am Telefon auf die Tränendrüse gedrückt (fiel mir nicht schwer mit meinen Schwangerschaftshormonen und Schmerzen) – und schwupps – saß ich zwei Stunden später auf dem Stuhl. Tja, was soll ich sagen. Über Betäubung in der Schwangerschaft lässt es sich streiten, Röntgen geht gar nicht und Tabletten – naja. Und es war ausgerechnet der eine Zahn, der tot und überkront seit Jahren in meinem Mund nervte. Als Ergebnis noch kommunistischer Behandlungsmethoden in meiner Kindheit in meinem Heimatland (so sehr ich CZ liebe).

Und was macht man mit so einem bösen Backenzahn, für dessen Krone man vor ein paar Jahren locker über fünfzehnhundert Euro bezahlt hat? Ohne Röntgen? Aufmachen bis zur Wurzel. Hört sich nicht nur masochistisch an, ist es auch, aber was hätte ich machen sollen? Der Zahnarzt entschied sich Gott sei Dank für eine auf Schwangere angepasste Betäubung. Medikament bis in die Wurzeln, Krone putt. Herzlichen Glückwunsch an mich. Nebenbei informierte man mich über die Kosten einer erneuten Wurzelbehandlung nach der Schwangerschaft. Den astronomisch hohen Betrag hätte ich vielleicht noch schlucken können, aber die Aussicht, mit einem hohlen, offenen Zahn noch monatelang herumzulaufen nicht. Weinerlich, weil der entzündete Kiefer langsam wieder zu sich kam, erfragte ich die Kosten für ein Implantat, die nicht sonderlich viel höher ausfielen als die für die Wurzelbehandlung inklusive neuer Krone.

Ich ordnete selbstbestimmend ein sofortiges Zähneziehen an. Und so schlimm das auch war (ich fand später Stücke in meinen schwangeren Dekolleté), umso besser ging es mir danach. Jawohl, ich brauchte nur noch zwei Paracetamol bis es mir wieder gut ging. Und die Moral von der Geschicht? Lach niemals über „kluge“ Sprüche, schwangerer Wicht. 😛

Ich freue mich schon sehr darauf, 2300€ für ein Implantat auszugeben, wenn das Baby da ist… Gott sei Dank sieht man die Stelle nicht beim Lachen, da hatte ich noch Glück im Unglück. 😉

Ich wünsche euch eine gute Zahngesundheit!

Bin dann mal im Urlaub,

Eure Katerina

10 Dinge, die man zu Schwangeren nicht sagt

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