10 Dinge, die man zu Schwangeren nicht sagt

Katerina Gottesleben • March 10, 2015 • 1 Comment

Liebe Schwangerenfreunde, wenn ihr euch eine fangen wollt oder eine in Tränen aufgelöste Schwangere erleben möchtet, dann bringt einen der folgenden Sprüche:

  1. „Boah, bist Du dick geworden!“

Es mag ja daran liegen, dass ich nach der Schwangerschaft noch weitermodeln wollte. Aber bei mir reichte schon ein Foto mit Doppelkinn aus, da bekam ich Heulkrämpfe. Ich sah mich selbst als Wal, während Andere es höchstwahrscheinlich überhaupt nicht so sahen. Schwangere wissen, dass sie zugelegt haben. Sie hoffen aber insgeheim, dass es nicht soooo deutlich sichtbar ist. Erinnert sie lieber nicht daran, sagt ihnen eher (wenn sie es selbst ansprechen), dass das nur ein vorübergehender Zustand ist.

  1. “War es gewollt oder ein Unfall?”

Was soll denn die Frage? So etwas kann man (vielleicht) unter vier Augen die beste Freundin fragen, wenn sie gerade mal seit ein paar Monaten einen neuen Mann an ihrer Seite hat. Ansonsten eher eine schlechte Idee.

  1. “Wer ist eigentlich der Vater?”

Diese Frage ist die Krönung. Ich war seit 3 Jahren mit meinem Mann zusammen und war gerade mal im vierten Monat, da stellte eine schlecht informierte Kollegin eine noch schlimmere Frage: „Weißt Du eigentlich, von wem es ist?“ Abgesehen davon, dass sie bereits ein Kind hatte und es vielleicht nicht so genau wusste, hätte ich ihr gerne eine reingehauen.

  1. “Schlaf Dich lieber nochmal aus, bald kannst Du es vergessen.”

Weiß man. Man hofft aber trotzdem, dass man die Art selten gesätes Wunderkind kriegt, das von Anfang an die ganze Nacht durchschläft. Also bitte – die Hoffnung stirbt zuletzt! Nehmt den Schwangeren diesen dünnen Grashalm, an dem sie sich fest klammern, nicht weg. Es gibt sie, diese Wunderkinder. Man hört immer wieder von ihnen.

  1. “Stell Dich auf was ein – „Wehen“ kommen vom „weh tun“.”

Dies ist auch allgemein bekannt, selbst Männer wissen das (theoretisch). Es bedarf dennoch einer höchst sadistischen Ader, wenn man einer Erstgebärenden kurz vor der Geburt detailgetreu alle Strapazen schildert, die so auf einen zukommen können. Schwangere haben soweit ich weiß oft so eine Art hormonellen Schutz (das Hirn ist auch halb ausradiert – da spreche ich aus eigener Erfahrung) vor dieser Angst. Warum sollte man sie künstlich heraufbeschwören? Wenn ich gefragt werde wie die Geburt war, sage ich gerne wahrheitsgemäß: „Ich hab´s überlebt.“

  1. “Wollt ihr euer Kind wirklich so nennen?”

Gut, vor wirklich blöden Namen sollte man schon eine kleine Warnung verlauten lassen, schließlich sind werdende Eltern gern verblendet. Auch ich sage nicht so oft und gern, dass mein Sohn sich mit drei Vornamen schmücken darf, nur weil ich alle Möglichkeiten nutzen wollte. Der Arme wird sie später immer in seine Auslandsvisa schreiben müssen und sie werden evtl. nicht in die Kästchen passen. Aber wenn es nicht gerade ein ausgenommen schädlicher Name für das Kind ist (so wie der Vorname „Rosa“ wenn man den Nachnamen „Schlüpfer“ trägt), dann einfach nicht kommentieren. Es würde nicht helfen.

  1. “Genießt noch eure Zweisamkeit. Danach seid ihr nur noch Eltern.”

Mööööp! Stimmt nicht. Man ist auch noch ein Paar. Und es ist wichtig, sich das ab und zu aufrechtzuerhalten und auch mal etwas ohne Kind zu unternehmen. Diese Bemerkung streichen.

  1. “Das solltest Du aber lieber nicht essen.”

Hahaha, ein toller Witz. Wenn eine Schwangere etwas essen will, dann muss sie es essen. Ich erinnere mich an meine Edamame-Bohnen-Gelüste und an die Liter Buttermilch, die ich monatelang täglich in mich hinein kippte. Wenn das jetzt nicht gerade roher Fisch ist, der der Schwangeren oder dem Kind durch irgendwelche Keime tatsächlich schaden könnte, dann einfach lieber die Gusch halten.

  1. “Sie ist halt ein bisschen zickig. Das sind nur die Hormone.”

Liebe Männer, dieser Spruch verstärkt die Zickigkeit um ein Zehn- bis Hundertfaches. Und Sexentzug gibt es als Bonus mit dazu.

  1. Nach der Geburt: “In welchem Monat sind Sie denn?”

Fettnäpfchenalarm! Aufpassen! Nicht lustig, sondern traurig. Immer sichergehen, dass kein Maxicosi oder Kinderwagen in der Nähe ist. Wenn man sich mit einer Schwangerschaft nicht sicher ist, lieber nichts sagen. Klar geht der Bauch weg, aber die Muskeln sind nun einmal in der ersten Zeit geschwächt. Da kann man sich ganz schön in die Nesseln setzen.

Bilder: www.farideh.de

Hair & Make-Up: Nadine Winkelmann

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1 Kommentar

  • Cookie • 3 years ago

    Ich finde ja “Boah bist Du dick geworden” sollte man zu niemandem sagen…